Heidelberg

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Geschichte Heidelbergs (mehr Infos Hier)

Martin Luthers reformatorische Ideen hatten sich schon in der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts in Südwestdeutschland verbreitet. Unter Kurfürst Ottheinrich (1556–1559) wurde in der Kurpfalz schließlich die Reformation eingeführt. Nach dem Übergang zum Calvinismus zog Heidelberg Studenten und Wissenschaftler aus ganz Westeuropa an und galt nach Leiden als drittes Genf. Gegen Ende des Jahrhunderts wurde in Heidelberg eine Vielzahl prächtiger Renaissancebauten errichtet, die – abgesehen vom Haus zum Ritter – im Pfälzer Erbfolgekrieg allesamt zerstört wurden. Auch das Schloss wurde damals wesentlich erweitert und von der mittelalterlichen Burg zu einer neuzeitlichen Residenz umgestaltet.

Um seiner Gattin, der englischen Königstochter Elisabeth Stuart, ein standesgemäßes Hofleben bieten zu können, ließ Kurfürst Friedrich V. (1610–1623) das Heidelberger Schloss durch den Bau des Hortus Palatinus umgestalten. Auf politischem Terrain war Friedrich als Führer der Protestantischen Union in die Wirren des Dreißigjährigen Kriegs verwickelt, als er sich 1619 zum böhmischen König wählen ließ. Er konnte sich aber nicht gegen den katholischen Kaiser durchsetzen und wurde 1620 in der Schlacht am Weißen Berge geschlagen. Wegen seiner kurzen Herrschaft ging er als Winterkönig in die Geschichte ein. Im Jahr 1622 eroberte Tilly als Heerführer der Katholischen Liga Heidelberg und erbeutete die berühmte Bibliotheca Palatina. Herzog Maximilian I. von Bayern schenkte sie Papst Gregor XV.. Sie wird in der Bibliotheca Vaticana verwahrt. Heidelberg wurde vom Krieg schwer getroffen, die Bevölkerung litt große Not. Im Westfälischen Frieden, der 1648 den Dreißigjährigen Krieg beendete, wurde die Kurpfalz wiederhergestellt, sie verlor aber viel von ihrem politischen Gewicht.

Das Heidelberger Schloss ist als eine der berühmtesten Ruinen Deutschlands bekannt. Es steht 80 Meter über dem Talgrund am Nordhang des Königstuhls und dominiert von dort das gesamte Stadtbild. Ursprünglich als Burg errichtet, ist über die Entstehung wenig bekannt. Das Neckartal verengt sich unterhalb und kann dadurch von dieser Stelle aus leicht „beherrscht“ werden. Hier gab es die letzte Furt und später die letzte Brücke vor dem Rheinzufluss. Kurfürst Ludwig III. z. B. brachte als Stellvertreter des Kaisers Sigismunds und als oberster Richter nach dem Konzil von Konstanz im Jahr 1415 den abgesetzten Papst Johannes XXIII. auf das Schloss in Haft. Erst mit Merians Topographia Palatinatus Rheni aus dem Jahr 1615, in der Kurfürst Ludwig V. als derjenige genannt wird, der „vor hundert und etlichen Jahren hat ein neu Schloss angefangen zu bauen“ gibt es erstmals eine recht genaue Beschreibung der Schlossanlage. Sie hatte gerade ihre Zeit als Festung hinter sich. Dreimal wurden Schloss und Stadt im 17. Jahrhundert erobert und dabei immer wieder zerstört (1622 durch Tilly im dreißigjährigen Krieg, 1689 Zerstörung und 1693 erneute Zerstörung im Pfälzischen Erbfolgekrieg durch französische Truppen). Das Schloss wurde jedoch stets wieder auf- und umgebaut. Als in Mannheim eine moderne Residenz entstehen sollte, besiegelte 1764 ein weiterer Brand nach Blitzschlag das Los des damals gerade renovierten Schlosses. Es wurde aufgegeben und die Ruine als Steinbruch (Baumaterial) für das neue Schwetzinger Sommerschloss und später für die Heidelberger Bürger verwendet, bis im 19. Jahrhundert Graf Graimberg (um 1830), VictorHugo (1842), William Turner (mehrfach zwischen 1817 und 1844) und Mark Twain (1878) das Motiv der traurigen, aber majestätischen Schlossruine vermarkteten. Vorausgegangen war die deutschlandweite Empörung gegen die napoleonische Unterdrückung. August von Kotzebue äußerte sich in diesem Sinn. Das zerstörte Schloss wurde zum Sinnbild für patriotische Gesinnung. Den entscheidenden Schub erhielt der Heidelberg-Tourismus mit dem Anschluss Heidelbergs ans Eisenbahnnetz im Jahr 1840. Die Hotels am Bahnhof boomten. Nach den reichen Russen und Engländern im 19. Jahrhundert kamen zu Beginn des 20. Jahrhunderts auch viele Amerikaner, die zum Auslandsstudium Europa aufsuchen, ins romantische Heidelberg.

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